Die Gruppe
Ein Klinikverbund mit mehr als 20 Häusern, betreut von einer eigenen IT-Organisation mit über 50 Mitarbeitenden.
Ausgangslage
Anders als in vielen Sanierungsprojekten war die Infrastruktur technisch nicht das Problem. Die Standorte sind solide aufgebaut. Netze und Hardware laufen stabil. Im Einsatz sind Switche und Firewalls verschiedener Hersteller, dazu eine große Zahl an IT- und OT-Clients aus dem klinischen Betrieb.
Das Problem lag in der Verwaltbarkeit. Über zwanzig Häuser, mehrere Gerätegenerationen und Herstellerwelten bedeuten viele Oberflächen, Konventionen und Wartungszyklen. Konfigurationsstände lagen verteilt. Wissen über einzelne Standorte hing an einzelnen Köpfen. In einem Team dieser Größe ist Personalwechsel normal. Mit jedem Wechsel ging bislang Betriebswissen verloren, das aufwendig rekonstruiert werden musste.
Dazu kam die administrative Seite. Wartungstermine, Lizenzlaufzeiten und Garantiefristen über zwanzig Häuser hinweg im Blick zu behalten, ist ohne zentrale Führung eine Daueraufgabe mit hohem Fehlerrisiko.
Der Auslöser
Den Anstoß gab eine Prüfung im Rahmen von NIS2 und KRITIS. Ihr Ergebnis benannte zwei Anforderungen, die sich mit der bestehenden Organisation nicht erfüllen ließen: eine systematische Schwachstellenerfassung über den gesamten Bestand und eine zentrale Verwaltung, die sowohl standort- als auch herstellerübergreifend arbeitet.
Beides setzt voraus, dass vollständig bekannt ist, welche Systeme in welchem Zustand im Betrieb sind. Diese Grundlage fehlte in der über Jahre gewachsenen Landschaft.
Die Lösung
Die Gruppe führte AIM (Advanced Infrastructure Management) als zentrale Managementebene über die bestehende Infrastruktur ein. Funktionierende Hardware wurde bewusst nicht ausgetauscht. AIM legt sich über das Vorhandene.
Im Einzelnen:
- Automatische Erkennung der eingesetzten Switche über Hersteller- und Standortgrenzen hinweg, der Bestand ist erstmals vollständig und aktuell erfasst
- Schwachstellenanalyse über das mitgelieferte VAS-Modul, direkt auf dem erfassten Bestand und ohne zusätzliche Fremdlösung
- Zentrale Konfigurationssicherung: Gerätestände werden automatisiert gesichert, Änderungen sind nachvollziehbar, ein definierter Zustand ist wiederherstellbar
- Integriertes Wiki: Für jeden IT-Arbeitsplatz und jedes System liegen die Betriebsinformationen direkt dort, wo gearbeitet wird
- Wartungskalender für einzelne Systeme, mit Fristen für Lizenzverlängerungen und Garantien an einer Stelle
- AIMdefense für Segmentierungen im Netz und strukturelle Abgrenzungen zwischen Bereichen
Damit deckt eine Plattform beide Anforderungen der Prüfung ab. Bestandsführung und Schwachstellenerfassung entstehen aus derselben Datenbasis. Zwei getrennt zu pflegende Systeme braucht es nicht. Das Wiki liegt in derselben Oberfläche wie der Bestand. Der Wartungskalender hängt an denselben Geräten. Die Dokumentation muss niemand mehr zusätzlich pflegen.
Umsetzung
Proof of Concept und erste Ausbaustufe waren nach drei Monaten abgeschlossen. Auf dieser Basis läuft nun die Ausweitung auf alle Häuser und IT-Arbeitsplätze der Gruppe.
Das Ergebnis
Schon in der ersten Ausbaustufe zeigt sich der Nutzen bei der Übergabe. Wechselt jemand die Position oder das Haus, übernimmt die Nachfolge einen dokumentierten Stand. Niemand muss das Wissen rekonstruieren. Ein Personalwechsel gefährdet den Betrieb damit nicht mehr.
Der Gerätebestand ist zentral sichtbar, und die Konfigurationen sind gesichert. Schwachstellen werden auf dem tatsächlichen Bestand bewertet. Fristen laufen nicht mehr unbemerkt ab. In einem Umfeld, in dem Systeme rund um die Uhr verfügbar sein müssen, verlagert sich die Arbeit damit von der Rekonstruktion auf die Planung. Die IT-Leitung wird bei den Nachweisen unterstützt, die im regulatorischen Umfeld ohnehin verlangt werden.
Den laufenden Betrieb begleitet ein IT-Reseller aus dem AIM-Partnernetz, der die Umgebung aus seinem Network Operation Center rund um die Uhr überwacht. Diese Struktur wächst mit dem Rollout mit.
„Eine KRITIS-Infrastruktur dieser Größe steht unter permanenter Prüfung. Ohne Reaktionsfähigkeit in Echtzeit ist das nicht zu leisten. Der Lösungsansatz von AIM hat unsere Prozesse an genau dieser Stelle spürbar erleichtert. Proof of Concept und erste Ausbaustufe sind erfolgreich abgeschlossen. Jetzt gehen wir die Umstellung aller Standorte und Häuser an und weitere Infrastrukturprojekte gemeinsam.“
Geschäftsführender IT-Leiter
Kurzfakten
| Branche | Stationäre Versorgung, Klinikverbund |
|---|---|
| Größe | über 20 Häuser |
| IT-Organisation | eigenes Team, über 50 Mitarbeitende |
| AIM-Produkte | AIM inkl. VAS-Modul, AIMdefense |
| Schwerpunkt | Zentrale Verwaltung, Schwachstellenanalyse, Dokumentation |
| Umgebung | Multi-Vendor-Netzwerk, IT- und OT-Clients |
| Auslöser | Prüfung im Rahmen von NIS2 / KRITIS |
| Projektstand | PoC und erste Ausbaustufe abgeschlossen, gruppenweiter Rollout läuft |
| Laufzeit bis Ausbaustufe 1 | 3 Monate |
| Anschluss-Services | 24/7-Betreuung über NOC eines AIM-Partners |
Mehr zu AIM
Welche Module hinter Bestandserkennung, VAS-Schwachstellenanalyse, Wiki und Wartungskalender stehen, finden Sie auf der Seite Module.